Alles über edle Uhren
Wasseruhren
Die Ägypter verwendeten schon seit vor dem 14. Jahrhundert v. Chr. einfache Wasseruhren. Grundsätzlich funktionieren alle Wasseruhren nach demselben Prinzip. Man macht sich das spezifische Gewicht von Wasser, physikalisch gesprochen also die Lageenergie, zu Nutze und misst die Zeit, indem man entweder ein Gefäß langsam durch Wasser befüllen lässt, oder es sich langsam entleeren lässt. Die älteste gefundene Wasseruhr, wurde in den Tempelanlagen von Karnak gefunden. Sie stammt aus dem 14. Jahrhundert v. Chr. Es handelt sich um eine Alabasterschale, die an ihrem unteren Bodenrand, ein kleines Auslaufloch hat. Da man davon ausgehen kann, dass in Ägypten in den Tagesstunden auf Sonnenuhren vertraut wurde, benutzte man diese Auslaufwasseruhren wohl eher in den Nachtstunden.Der sinkende Wasserspiegel, zeigte auf einer im Gefäßinnern angebrachten Skala den nächtlichen Zeitablauf an. Dabei je nach Jahreszeit, die Dunkelperiode der Nacht unterschiedlich lang war, war für jeden Monat des Jahres eine eigene Skala eingraviert. Die Uhr zeigte demnach Temporalstunden an.Interessant ist, dass dieses Gefäß bereits ziemlich ausgeklügelt war. Zum einen war das Auslaufloch entweder mit Metall verkleidet oder es bestand aus einem durchbohrten Edelstein. Beides garantierte ein absolut gleichmäßiges Ausströmen des Wassers.Außerdem waren die Gefäßwände beziehungsweise deren Neigung der Art geformt, dass das Wasser unabhängig vom Wasserstand ebenfalls gleichmäßig ausströmte. Wasseruhren gab es sodann in den verschiedensten Ausprägungen. Neben den Einlaufwasseruhren, die meist zylindrischen waren, und mittels eines Schwimmers, der bei zunehmenden Wasserstand Anstieg die Zeit anzeigten, gab es auch sehr verspielte Modelle, in denen das Wasser auf kunstvoll geformten Kaskaden, ähnlich einem Zimmerbrunnen herunter rann oder solche, die später mittels Wasserkraft mechanische Werke antrieben. Das schwierige bei den Wasseruhren war es, insbesondere, wenn sie mit mechanischen Werken verbunden waren, eine Ganggenauigkeit herzustellen. Oft war es so, dass durch einen Schwimmer, der in einer Schwimmerkammer durch den steigenden Wasserpegel anstieg, ein Zahnradgestänge betrieben wurde. Durch die Umleitung dieser Kraft, wurde dann beispielsweise mittels eines Zeigers auf einer Skala, die Zeit angezeigt. Es war also notwendig dafür zu sorgen, dass der Pegel in der Schwimmerkammer stets gleichmäßig anstieg. Dies konnte man zum Beispiel erreichen, indem die Schwimmerkammer durch einen Trichter gefüllt wird. Dieser Trichter wird dann so stark mit Wasser befüllt, dass er stets überläuft. Dass er also immer sein volles Durchlassvermögen ausschöpft. Dieses bewerkstelligte man so, dass man am Rand des Richters einen Überlauf anbrachte. In Irland fand man eine weitere Ausprägung der Wasseruhr. Dort ließ man ein Gefäß, welches eine Öffnung am Boden hatte, auf dem Wasser schwimmen bis sie sank. Man nimmt an, dass die sinkende Schale von den Druiden stammte. Hierbei handelt es sich eigentlich nicht um eine Uhr, weil sie nicht eine bestimmte Tageszeit angibt, sondern eine Zeitspanne misst. Sie wurde wahrscheinlich in ähnlicher Weise benutzt, wie die sinkenden Schalen in Algerierin, die die Zeit bemessen, in der ein Bauer das Wasser eines Bewässerungskanals benutzen darf. Es handelt sich also eigentlich um einen Zeitgeber oder neudeutsch Timer.